Pfau – Bin ich echt?

Pfau – bin ich echt? (2024)
17. April | 19:00 Uhr | MVB Ingelheim, Konrad-Adenauer- Str. 2 | Einlass 18:00 Uhr | VVK 10€, Filmfreunde und Schüler ermäßigt
Der Pfau ist zuletzt in einigen Filmtiteln aufgetaucht - vielleicht, weil es in die Zeit passt, sich zu zeigen und vor allem an der Oberfläche zu glänzen. Ein solcher Selbstdarsteller ist auch Matthias. Er macht immer eine gute Figur, hat immer die passenden Worte parat. Folglich betreibt er mit einem Kompagnon einen Begleitservice, stets gut vorbereitet und seriös, denn jeder Einsatz endet an der Haustür. Albrecht Schuch, der aus seinen Rollen Ereignisse macht, spielt diesen Mr. Nobody mit der Eigenschaft, keine Eigenschaften zu haben.
Auf Dauer geht das freilich nicht gut. Eine Satire, bei der man sich fremdschämen darf. Und tatsächlich: ein Erstlingswerk.
Die leisen und die großen Töne

Die leisen und die großen Töne (2023)
22. Mai | 20:00 Uhr |Weingut Arndt Werner Mainzer Str. 97 | Einlass 19:00 Uhr | VVK 10€, Filmfreunde und Schüler ermäßigt
Was bringt Menschen zusammen? Musik. Wundersamer–weise auch dann, wenn man zusammengepfercht ist in einem Club, einem Stadion oder – einer Familie. So geht es dem rustikalen Koch Jimmy, der von seinem bis dato unbekannten Bruder erst erfährt, als ihn jener um einen lebenswichtigen Gefallen bittet. Jimmy lässt sich auf die familiäre Annäherung ein, auch wenn sein Bruder ein feinfühliger Dirigent aus Paris ist und so ganz anders als er.
So findet die Verbrüderung statt, und es ist egal, ob über Rock, Brass oder Oper: Der Film macht daraus eine wahre Ode an die Freude.
M – eine Stadt sucht einen Mörder (1931)

M – eine Stadt sucht einen Mörder (1931)
26. Juni | 21:30 Uhr | Weingut Schloss Westerhaus | Einlass 20:30 Uhr | VVK 10€, Filmfreunde und Schüler ermäßigt
Kein Klassiker ist besser gealtert. Das Missbrauchsthema ist immer noch ein Thema. Manche Böse haben auch ein Gewissen. Die Guten sind machtlos. Ein Mann tut, was er tun muss. Und doch ist bei Fritz Lang alles anders.
In seinem ersten Tonfilm arbeitete der Wiener in Berlin mit dem Verfremdungseffekt. Damit schuf er einen packenden Kriminalfilm, der soziologische Lehren enthält. „Wir gehen ins Kino, um die Welt zu verstehen“, witzelte Lang, „das ist Arbeit, kein Vergnügen“. Die kurze Spanne zwischen Tonfilm und Machtübernahme der Nazis schürte die Hoffnung auf Veränderung in allem. Mit dabei hier Theo Lingen, Gustaf Gründgens und, in der Rolle seines Lebens, der verlorene Kindsmörder mit dem Basedowblick, Peter Lorre.
Perfect Days

Perfect Days (2023)
24. Juli | 19:00 Uhr | Weingut Mett & Weidenbach Mainzer Str. 31 | Einlass 18:00 Uhr | VVK 10€, Filmfreunde und Schüler ermäßigt
Wir zeigen „Perfect Days“, einen außergewöhnlichen Film von Wim Wenders. Ein paar Erkenntnisse, die man aus diesem Kino-Erlebnis mitnehmen kann:
- Auch Japaner sind nur Menschen. Ihren Abfall schmeißen sie überall hin.
- Dafür gibt es in Tokio die schönsten Toilettenhäuschen.
- Hirayama, der Held des Films, ist ganz bei sich. Er macht die tollen Häuschen sauber.
- Dabei hört er den Sound der 70er und 80er: Die Animals, Lou Reed, Patti Smith, Van Morrison. Diese Musik hat die Welt, mindestens unser Wahrnehmen von ihr verändert.
- Wim Wenders macht immer noch schöne Spielfilme, die wie Dokumentarfilme aussehen.
- Im Japanischen gibt es das Wort Komorebi. Es bedeutet ein Schimmern von Licht und Schatten durch Blätter, die der Wind bewegt. Es existiert nur einmal, genau einen Moment lang.
The Outrun

The Outrun (2024)
14. August | 21:00 Uhr | Inselrhein, Heidenfahrt | Einlass 20:00 Uhr | VVK 10€, Filmfreunde und Schüler ermäßigt
Nora Fingscheidt gelingt erneut Großes: Nach ihrem Kinohit „Systemsprenger“ über ein elfjähriges Mädchen, das sich nirgends integrieren lässt, bietet sie das wuchtige Porträt einer jungen Frau, deren Existenz vom Alkohol bedroht ist.
Rona zieht sich auf die rauen Orkneyinseln an der Spitze Schottlands zurück und hilft ihrem Vater mit den Schafen oder ist bei ihrer religionsergebenen Mutter. Ihr Dämon begleitet sie freilich immer. In virtuos inszenierten Einschüben eröffnet sich Ronas epischer Kampf gegen die Sucht.
Ein Film über ein schweres Thema, das hoffentlich keinen von uns betrifft. Selbst wenn der neu gewählte, junge Münchner Oberbürgermeister das berühmte Oktoberfest als größten Drogenumschlageplatz bezeichnet hat – Problem erkannt, Problem noch nicht gebannt. Das Gespräch über diese Sucht bleibt schwierig. Bei uns könnte es bei EINEM Glas Wein nach dem Film beginnen.
